Shareholder Engagement Report: Zur Rose
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Shareholder Engagement Report: Zur Rose

Bei unseren Shareholder Engagement Talks geben wir unserer Impact Community die Möglichkeit, sich mit den Entscheidungstragenden in den Unternehmen auszutauschen. Die ideale Gelegenheit, mehr über Nachhaltigkeitsverständnis und -strategie sowohl bei den Produkten und Dienstleistungen (Handprint) als auch den Geschäftspraktiken (Footprint) zu erfahren und bei Bedarf auch mal genauer nachzuhaken. 

In diesem Bericht wird Folgendes behandelt:

  • Kurzbeschreibung von Zur Rose
  • Das Produkt und die Dienstleistungen des Unternehmens (Handprint):
    • Zugang zu Medizin 
  • Der operative Einfluss des Unternehmens auf die Welt (Footprint):
    • CO2-Fussabdruck
    • Geschlechtergleichstellung
    • Faire Löhne 
  • Die wichtigsten Takeaways 

Am 30. November 2021 hatten wir Walter Oberhänsli, CEO von Zur Rose Group, zu Gast. Sein Unternehmen ist in Deutschland vor allem durch die Online-Apotheke DocMorris bekannt und hat sich vorgenommen, den Apothekenmarkt richtig aufzumischen.

Das stand auch im Fokus der Kurzvorstellung des Unternehmens. Laut Walter Oberhänsli ist der Apothekenmarkt geprägt von jahrhundertealten Traditionen und nicht mehr zeitgemäss. Wir können mittlerweile fast alles online besorgen: den Wocheneinkauf, ein neues Paar Schuhe, ganze Möbelstücke. Nur bei Arzneimitteln ist E-Commerce noch nicht sehr verbreitet. Es ist für Menschen mit chronischen Erkrankungen kaum möglich, ihre medizinische Versorgung bequem online sicherzustellen. Zur Rose möchte das ändern. Und zwar mit einem « Ecosystem of healthcare ». Alles soll via App möglich sein und so vor allem das Leben hunderttausender chronisch kranker Menschen verbessern.

In unserem Engagement Talk haben wir Zur Rose genau unter die Lupe genommen. Hier findest Du die wichtigsten Themen, die wir besprochen haben.

Handprint: Zugang zu Medizin

Die Vision von Zur Rose ist es, allen Menschen verbesserten Zugang zu Medikamenten zu bieten. Kostenpflichtige Medikamente können sie online im Schnitt etwa 40 % günstiger als in Apotheken vor Ort anbieten. Jedoch sind rund 80 % der verkauften Medikamente verschreibungspflichtig, also von den Krankenkassen bezahlt. Hier liegt der Vorteil von Zur Rose nicht beim niedrigeren Preis, sondern beim vereinfachten Zugang. Erstaunlich viele Menschen nehmen ihre Medikamente nämlich nicht richtig oder gar nicht ein. Den umständlichen Prozess, das Rezept in Papierform gegen das Medikament in der Apotheke zu tauschen, ersetzt Zur Rose durch ihr Healthcare Ecosystem in der App. Hier gibt es das Rezept digital und das Arzneimittel kann mit einem Klick bestellt werden. In der App prüfen Erkrankte, ob das Medikament mit anderen kombinierbar ist, und werden daran erinnert, es rechtzeitig einzunehmen.

Auf den ersten Blick scheinen diese Schritte vielleicht keinen grossen Unterschied zu machen. Tatsächlich kann aber konkret Wirkung erzielt werden: 10 % aller Hospitalisierungen passieren, weil Menschen ihre Medikamente nicht korrekt einnehmen oder zu früh absetzen. Die App kann dazu beitragen, die Zahl dieser Hospitalisierungen zu verringern.

Eine wichtige Frage aus unserer Impact Community bezog sich auf die Zugangsmöglicheiten für ältere Menschen: Diese benötigen häufiger Medikamente, aber sind sie auch technikaffin genug, die App zu benutzen? Von CEO Walter Oberhänsli kam dazu ein klares Ja. Die Pandemie habe gezeigt, dass auch ältere Menschen gut mit Technik umgehen und somit vom Zur Rose Healthcare Ecosystem profitieren können.

Inyovas Bewertung: 

Klarer Beitrag zu den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDG 3 «Gesundheit und Wohlergehen») und relevanten Unterzielen.

Footprint

Bei Inyova geht es nicht nur darum, was ein Unternehmen macht, sondern auch wie sie es machen. Unsere Vorabrecherche hat gezeigt, dass Zur Rose bisher noch keine konkrete Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht hat. Erfrischend offen musste dann auch Walter Oberhänsli eingestehen: «Nachhaltigkeit war uns immer schon wichtig, aber sie war bisher nur mitgemeint». Seit diesem Jahr erhält sie die nötige Beachtung in Form einer eigenen Stabsstelle direkt beim CEO und bekommt viel Aufmerksamkeit von verschiedenen Vorstandsmitgliedern. 2022 plant Zur Rose, das erste Mal einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen, um mehr Transparenz zu schaffen.

CO2-Fussabdruck

Um die Klimakrise zu bewältigen, müssen alle Unternehmen ihren CO2-Fussabdruck schnell und drastisch verringern. Bislang veröffentlicht Zur Rose keine Emissionsdaten und es fehlen konkrete, quantitative Reduktionsziele. Es gibt jedoch Anstrengungen vorrangig im Bereich Transport und Logistik. Beim Thema Verpackung gibt es klare Massnahmen: Schon jetzt wird, wo immer möglich, auf Füllmaterial verzichtet. Perspektivisch möchte Zur Rose eine neue Verpackungslogik verwenden, bei der sie das Paket genau auf die Grösse der Medikamentenpackung anpassen. Somit kann ungenutzte Füllmenge vermieden und entsprechend CO2 gespart werden.

Inyovas Bewertung: Ein erster Schritt

Mit Transport und Logistik hat Zur Rose den relevantesten Bereich hinsichtlich CO2-Fussabdruck bereits im Fokus. Entscheidende nächste Schritte wären die Erfassung aller relevanten Emissionen und das Setzen von konkreten Reduktionszielen.

Geschlechtergleichstellung

Das Thema Diversität in Führungspositionen liegt der Inyova Impact Community sehr am Herzen. Bei Zur Rose ist im Topmanagement Betül Susamis Unaran die einzige Frau unter acht Männern. Hier wurden unsere Impact-Investor*innen hellhörig und haben nachgefragt, was das Unternehmen hinsichtlich Geschlechtergleichstellung unternimmt. Laut Walter Oberhänsli «strengen sie sich an» mit Massnahmen wie flexiblen Arbeitszeiten und der spezifischen Förderung weiblicher Talente.

Inyovas Bewertung: Hier muss mehr passieren

Besonders wenn man in Betracht zieht, dass die Mehrheit aller Mitarbeitenden bei Zur Rose Frauen sind, sollte Zur Rose für mehr Durchlässigkeit nach oben sorgen.

Faire Löhne

Beim Thema faire Löhne geht es darum, dass die Unterschiede zwischen dem Gehalt des Topmanagements und dem Durchschnittsgehalt nicht zu gross sind. Je grösser die Kluft, desto weniger fair. Im Durchschnitt verdienen Vorstände 183 mal so viel wie die «normalen» Angestellten. Bei Zur Rose liegt das Verhältnis bei 12:1!

Inyovas Bewertung: Mehr als fair

Im Bereich faire Löhne ist Zur Rose eine absolute Spitzenreiterin.

Die wichtigsten Takeaways

Beim Impact Investing mit Inyova investierst Du Dein Geld in Unternehmen, die Deinen Wertvorstellungen entsprechen. Konkreten Impact kannst Du dann erzielen, wenn Du Deine Stimme als Investor*in nutzt und das Unternehmen weiter in Richtung nachhaltige Entwicklung beeinflusst.

Die Zur Rose Group leistet mit ihrem Handabdruck einen wichtigen Beitrag zu mehr Gesundheit und Wohlergehen, indem sie den Zugang zu Medikamenten vereinfacht. Beim Fussabdruck besteht aber noch Nachholbedarf. Es ist schön zu sehen, dass Walter Oberhänsli als CEO des Unternehmens das bereits erkannt und erste Schritte unternommen hat. Die Inyova Impact Community wartet gespannt auf den ersten Nachhaltigkeitsbericht, der 2022 erscheinen soll. Gerne nehmen wir das Angebot des CEO an, konkrete Vorschläge für Inhalte einzubringen: Im Nachhaltigkeitsbericht wollen wir konkrete Daten sehen. Denn nur wenn es ausreichend Daten gibt, können wir, aber auch das Unternehmen selbst, die Nachhaltigkeitsperformance messen und verfolgen. Wir bleiben für Euch dran! 

 

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